Sicher bleiben im Sturm

Wie kommst Du durch schwierige Zeiten?
Dieser Sommer hat es in sich: Der russische Ukraine Krieg, Corona noch nicht fertig, der Klimawandel sowie diverse gesellschaftliche Herausforderungen auch bei uns, das alles verunsichert stark und lastet auf den Schultern. Dazu kommen persönliche Sorgen, wie Existenzängste, unaufgelöste Konflikte oder anhaltend schlechte Stimmung. Dabei würde die ganz normale Last durch Betrieb und Familie alleine schon genügen, um stark gefordert zu sein.

Wie soll das diesen Sommer gehen, mit all den inneren und äußeren Herausforderungen? Wenn der äußere Sturm über einen hinwegzieht und man sich wie ein Segelboot in schwerer See hin und her geworfen fühlt?

Wegducken nutzt nichts.

Das instinktive Verhalten bei Schmerzen oder bei Gefahr ist sich wegzuducken. Wenn man aber etwas ändern will, muss man sich der Situation stellen und sich der Herausforderung zuwenden.
Wenn du Muskelverspannungen hast, dann ist es eine gute Idee, sich massieren zu lassen. Das kann dann an den verspannten Stellen richtig weh tun, löst aber die Ursache für die Schmerzen. Vielleicht kennst Du das: Wenn es Dir gelingt, Dich bei der Massage nicht gegen die Schmerzen zu wehren, sondern Dich ihnen zuzuwenden, dann löst sich etwas und die Beschwerden lassen nach.
Dieses Prinzip lässt sich auch für andere Situationen des Lebens anwenden wie beispielsweise Partnerschaftsprobleme, Konflikte, Existenzsorgen oder Ohnmachtsgefühle den äußeren Umständen gegenüber.

Kurswechsel bei schwerer See.

Warum aber, ist es so schwer, bei schwerer See einen fundamentalen Kurswechsel vorzunehmen?
Bei Herausforderungen, wo Du für das anstehende Problem eine Lösung weißt, da verhältst Du Dich entsprechend. Problem gelöst. Alles gut.
Bei Herausforderungen, für die Du aber keinen Umgang weißt, denen Du Dich ausgeliefert fühlst, was machst Du dann? Da greift Dein Gehirn auf Verhalten zurück, die es bereits kennt oder schon oft angewendet hat.
Und das führt dann eben nicht zur Lösung, weil täte es das, hättest Du ja das Problem nicht mehr. Insofern ist das Verhalten, was Du zur Lösung anwendest, nicht zur Lösung geeignet. Es löst das Problem nicht.
Das Gehirn greift aber trotzdem darauf zurück, weil es das Verhalten als Verbesserung abgespeichert hat.

Scheinbare Verbesserung

Wenn man angesichts von großem Stress eine Zigarette raucht und sich danach entspannter fühlt, so speichert das Gehirn ab, dass bei Stress Rauchen zu einer Verbesserung der Situation führt. Macht man das öfter, entsteht eine Gewohnheit. Gleichermaßen können sich Gewohnheiten bilden, wenn bei anstehenden Konflikten aggressives Verhalten dazu führt, dass der Konflikt nicht ausgetragen sondern beendet wird, wenn man bei Enttäuschung Ablenkung in der Arbeit sucht, oder wenn man sich bei Vorwürfen mit Gegenangriffen schützt. Das alles nimmt kurzfristig Druck weg, löst aber kein Problem. Das Gehirn aber verbucht es als kurzfristige Verbesserung. Und da kein Verhalten im Angebot ist, was zu einer echten Lösung führt, wird immer wieder auf die bekannten Muster zurückgegriffen.
So verschleppt sich das Problem und wird immer größer. Dann eskaliert es. Es kommt zum großen Knall, zum heldenhaften Untergang oder zum Abtauchen in Schweigen oder Schwermut.
Aber, wenn man sich den äußeren Umständen vollständig ausgeliefert fühlt, was soll man anderes tun, als zu versuchen, schneller das Wasser aus dem leckgeschlagenen Kahn zu ösen als es eindringt? Während man gleichzeitig hofft, dass die Umstände sich irgendwie von selbst verbessern?

Was hilft wirklich?

Da ist es notwendig, Überlegt und mit Plan vorzugehen, statt mit Augen zu und durch.
Man kommt nicht ans Ziel, wenn man dorthin fährt, wo einen der Wind hin bläst. Man kommt ans Ziel, wenn man weiß, wie man seine Segel setzt bei jedem Wind. Das Navigieren in schwerer See benötigt den richtigen Kurs. Er muss Abdrift und Umwege miteinberechnen, wenn man mal gegen den Sturm ankreuzen muss. Es benötigt Durchhaltevermögen, Standfestigkeit und die Ermutigung von erfahrenen Seeleuten, die sagen: „Das heult und ächzt wohl kräftig, aber das hält!“

Ein Plan, um endlich aufzubrechen.

Wenn Du in diesem Sommer voller Ungewissheit und neuen Herausforderungen nicht Spielball der Umstände sein willst, sondern das Ruder in der Hand halten und dorthin gelangen willst, wo Du hinwillst, dann benötigst Du einen Plan. Die äußeren Umstände kannst Du wenig oder nicht verändern, wohl aber wie Du damit umgehst. Der Satz mag abgedroschen klingen, aber in ihm liegt eine tiefe Weisheit. Du hast die riesengroße Chance, den Gegenwind zu nutzen, um jetzt aufzubrechen und dorthin zu kommen, wo Du hin willst. Wo Du schon länger vorhattest, hinzukommen, aber noch nicht aufgebrochen bist, weil es immer noch irgendwie so ging. Und Du auch nichts wusstest, wie.
Wenn der Druck zu groß wird, und ein „weiter so“ nicht mehr denkbar ist, wenn es nicht mehr irgendwie geht, oder Du es nicht mehr willst, dass es irgendwie so eben noch geht, dann ist es Zeit beherzt einen Wandel anzupacken. Denn die äußeren Bedingungen lassen sich oft wenig ändern, wohl aber wie Du damit umgehst. Deine Gewohnheiten lassen sich ändern.

Nutze den Druck für Dich.

Lerne in schwerer See zu navigieren, um dorthin zu kommen, wohin Du willst. Gehe den eigentlichen Ursachen für deine Herausforderungen auf den Grund. Finde neue Verhalten, welche die Probleme angeht und sie löst, anstatt vor ihnen zu fliehen.
Dann wird das konstruktive Streiten zur Gewohnheit, statt aggressiv in Angriff zu gehen. Dann wird kluge Selbstfürsorge die Antwort auf Stress, anstelle einer Zigarette. Enttäuschungen lernst Du zu kommunizieren und aus Vorwürfen wird eine gemeinsame Suche nach Verbesserungen.
Du lernst planvoll voranzugehen, statt auf ein Wunder zu hoffen. Mit jeder Erfahrung stärkst Du Deine Kompetenz als Problemlöser. Statt Opfer der Umstände zu sein, wirst Du Kapitän oder Kapitänin Deines Schiffes und navigierst souverän, auch bei Sturm oder Unwetter.

Gut ist, wenn Du dabei einen erfahrenen Seebären an Deiner Seite hast, der Dir die notwendigen Kniffe zeigt und Dir die Sicherheit gibt, dass Du durchkommst durch den Sturm.
Nur Mut. Unsere Welt braucht standfeste Kapitäne und Kapitäninnen, und Dein Leben vermutlich auch.
Dreh Dein Gesicht in den Wind!

Glaube an Dich.

Peter Jantsch

 

PS: Wie Du aus herausfordernden Umständen einen Plan macht, erfährst Du hier.

 

 

Fotos: pixabay (analogicus, dimitrivetsikas1969), Montage P.Jantsch,  pexels (Frederico Burgal)

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